Gabriel: „Das war die beste Wahlkampfveranstaltung, die ich seit langem erlebt habe.“
24. September 2009 0 KommentareBundesumweltminister zu Gast in Schöppenstedt
Schöppenstedt. Unter dem Motto Bürger fragen – der Bundesumweltminister antwortet, war Sigmar Gabriel am vergangenen Mittwochabend zu Gast im Biergarten des Gasthauses „Zum Zoll“. Einleitend zur Veranstaltung begrüßte Samtgemeindeverbandsvorsitzender Rüdiger Bobka die rund 200 Teilnehmer und eröffnete den ersten Teil des Abends, die Fragestunde mit den Bürgermeistern. Ruth Naumann und Karl-Heinz Mühe beantworteten aktuelle kommunalpolitische Fragen wie zum Beispiel zum Freibad, zum Vollversorgermarkt, zur Asse, zur Aktion EnergieGewinn, Innenstadtattraktivität und Straßensanierungen – insbesondere die Bahnübergänge. Geschickt moderierte Friedmann Beer die Fragen bevor er um 19.45 Uhr den Ehrengast des Abends, Sigmar Gabriel, begrüßen konnte. Mit viel Witz und Heimatverbundenheit ging Gabriel auf Fragen von Friedmann Beer ein, die einleitend noch nichts mit der Politik zu tun hatten. So wurde Gabriel beispielsweise gefragt welche seine Größte Stärke und seine größte Angst sei, welcher Traum auf einem einsamen Segelboot wahr werden solle, welche Prioritäten er habe und in welchem Film er gern die Hauptrolle gespielt hätte. Gabriels Lieblingsmusiker ist Peter Maffay – nicht nur der Musik wegen, auch weil er sehr stark sozial engagiert ist. Nach dieser Kennenlernrunde ging es dann zu aktuell politischen Fragen. Zur Assesanierung erläuterte Gabriel, dass zum heutigen Stand der Untersuchungen es wahrscheinlich zum Rausholen des Atommülls kommen werde. Gabriel machte deutlich, dass er das Misstrauen in der Bevölkerung versteht, schließlich wurden die Menschen 40 Jahre lang nicht mit der Wahrheit konfrontiert. „Von Anfang an waren die Asse und Gorleben nichts weiter als billige Lager für die Atomwirtschaft. Daher müssten die, die es verursacht haben, auch die heute anfallenden Kosten tragen, beziehungsweise mit tragen.“ Gabriel machte in diesem Zusammenhang deutlich, dass es für 99 Prozent der hochradioaktiven Abfälle es, zum Stand heute bekannt, keine geeigneten Lager in Deutschland noch sonst auf der Welt gibt. Weiter gab es an Sigmar Gabriel Fragen zum Rentensystem, der Arbeitslosigkeit und Hartz IV, Vermögenssteuer, Bildungspolitik und andere mehr. Zum Schluss der Veranstaltung rief Gabriel zur Wahlteilnahme auf: „Wählen Sie eine der demokratischen Parteien – am besten die SPD mit beiden Stimmen!“ „Und denken Sie daran: Nazis gehören nicht in den Bundestag!“ Mit großem Beifall wurde der Bundesumweltminister verabschiedet, der feststellte: „Das war die beste Wahlkampfveranstaltung, die ich seit langem erlebt habe.“
Fotos und Text: Andreas Thurm

Sichtlich gut gelaunt beantwortete Sigmar Gabriel alle an ihn gestellten Fragen

Im Vorfeld zum Auftritt des Bundesumweltministers hatten die Besucher die Möglichkeit die Bürgermeister Ruth Naumann und Karl-Heinz Mühe zu kommunalpolitischen Dingen zu befragen.
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